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Wir sind übersiedelt!

Die Medienkiste ist ab sofort auf https://diemedienkiste.wordpress.com/ zu Hause! Die Blogpost-Seite bleibt bis auf Weiteres online, die alten Posts sind allerdings bereits übertragen. Alle neuen Beiträge erscheinen künftig ausschließlich auf der oben verlinkten Seite.
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New Order - Substance 1987

Die letzten Tage habe ich über einiges nachgedacht. Und vieles von dem stellt sich bei genauerer Betrachtung oft ja ohnehin als ziemlich bedeutungslos heraus. Den Rest kann man nicht immer ändern. Nachdem es gerade in Strömen regnet und ich obendrein eigentlich einen schönen Grund zur Freude hätte, habe ich die Verstimmungen meines Gemüts heute früh mit einer ganz wunderbaren und essentiellen Werkschau von einer der bedeutsamsten und besten Bands der 1980er weggefegt: Substance 1987 von New Order. "Es ist nie genug, bis dein Herz zu schlagen aufhört..."

Aalglatte Inneneinrichtung, grenzenloser Hedonismus und Kapitalismus in Reinkultur sind die Bilder, die mir als erstes durch den Kopf gehen, wenn die 80er-Jahre irgendwo erwähnt werden. Damalige Mainstream-Interpreten haben diesen Lifestyle mit ihrer Musik noch zusätzlich befeuert. Alternative Szenen haben hingegen die Leere des ewigen "höher - schneller - weiter" zu einer Poesie der Apathie, einem Abgesang auf Gefü…

Miles Davis - Sketches of Spain

Manchmal begegnet man jemandem zum ersten Mal und sofort durchzuckt es einen. Im Positivsten aller nur möglichen Sinne. Das ist mir bisher zwei Mal passiert. Und das erste Mal war es nicht etwa bei einem Menschen, sondern bei einem Album. Und zwar Sketches of Spain.

Dazu gleich vorweg: ich kenne mich absolut nicht mit Jazz aus. Ich höre ihn zwar sehr gerne, doch zu sagen, ich besäße viel Wissen über ihn, wäre sehr anmaßend. Jazz ist für mich zuallererst eine Gefühlssache. Jazz, der mich anspricht, spricht mich immer über Emotion an - Sehnsucht, Schmerz, Leidenschaft. Ohne irgendeine intensive Gefühlsregung kann man, glaube ich, keinen guten Jazz spielen. Deswegen geht es in diesem Blogpost auch eher um meine persönlichen Gefühle als um irgendeine Art der kritischen Bewertung der besprochenen Platte. Dafür gibt es genug andere Persönlichkeiten, die das wohl besser können.

Wenn ich Sketches of Spain starte, dann hört alles um mich herum auf, zu existieren. Ein großer Raum ist da, der mi…

Das gesamte eigene Empfinden in 5 Minuten Musik... Thunder Road.

Ich habe mir selbst jahrelang dabei gefallen, ein ganz ausgeklügelt arrangiertes Lied mit komplexen Melodien und vieldeutigem Text als meinen persönlichen Lieblingssong zu bezeichnen. Das war The Cinema Show von Genesis. Spätestens heute, an einem verregneten Tag, der dramatischer kaum sein könnte, weiß ich: es kann nur ein wahres Lied für mich geben.

Ich habe Bruce Springsteen schon mehrere Beiträge gewidmet. Sei es aus überbordernder Emotionalität oder aus reiner Neugier, irgendwann habe ich angefangen, die Musik dieses Mannes zu mögen. Und aus Mögen wurde Lieben. Seine Themen von dem ewigen Wunsch nach eigener Freiheit, dem Entkommen aus der aussichtslosen Existenz im amerikanischen Heartland, dem Ankämpfen gegen eine Welt, die einem manchmal komplett feindlich und unverständlich scheint, dringen in Bereiche des Lebens vor, von denen man nur eine Ahnung haben kann, wenn man selbst lange unterwegs gewesen ist, das Leben in seinen schönsten und grauenhaftesten Momenten gleichzeitig e…

Sweet Smell of Success (1957)

Diese Branche ist ein verdammt schmutziges Geschäft. Hier werden Menschen zu Bestien und Freunde sind genau so viel wert, wie man für ihren Kopf bekommen kann. Vertrauen? Nicht hier. In dieser Welt gelten andere Gesetze und der eigene Jagdinstinkt bestimmt das Handeln. Diese Branche macht Schandtaten zu Tugenden. Willkommen im Boulevardjournalismus.
Wenn er ruft, springen alle - entweder direkt ins Taxi und in sein Penthouse oder aus dem Fenster direkt in den sicheren Tod: J.J. Hunsecker ist der unangefochtene König des New Yorker Boulevard. Seine Kolumne The Eyes of Broadway erreicht täglich über 50 Millionen Leserinnen und Leser, die seine Schreibe anbeten und ihren Urheber wie einen Gott verehren. Den Stoff für seine Kolumne bekommt Hunsecker überwiegend von dem ambitionierten Presseagenten Sidney Falco, der nur zu gerne seine Kontakte im New Yorker Nachtleben nutzt, um konkurrierende Journalisten zu erpressen und selbst vor seiner eigenen Freundin als "Köder" für seine …

Leonard Cohen - Songs of Leonard Cohen

Manchmal ist es schön, die so genannten 'losen Enden' vergangener Jahre zusammenzuführen. Die Geschichte von meiner Entdeckung eines Albums, das ich aus gegebenem Anlass erst viel später gekauft und einige Zeit später aus demselben Anlass jemandem zum Geschenk gemacht habe. 

Es mag inzwischen gut zehn Jahre her sein. Da fiel mir eine CD in die Hände mit dem Titel The Sound of Woodstock - Spirit of an Era. Eine Zusammenstellung von 16 Songs, nur sehr bedingt aus der Zeit von Woodstock, aber nichts desto Trotz wunderbar. Einer davon stammte von Leonard Cohen, dem legendären kanadischen Singer-Songwriter, und trug den Titel Suzanne. Auch wenn ich als Zehnjähriger den Inhalt des Liedes nur sehr mäßig, wahrscheinlich gar nicht, verstanden habe - es hat mir seit dem ersten Hören unglaublich gut gefallen.

In den Jahren danach habe ich langsam mehr Songs von Leonard Cohen gehört. Und das Gefühl, irgendetwas oder irgendjemand wollte mich letzten Endes zum Kauf von Cohens erstem Album (…

The Kinks - The Kink Kontroversy

Ein irgendwie untergegangenes Stück Musikgeschichte, bei dem man gerne fragen darf: Warum nicht dieses hier? Warum wird dieses wunderbare Album eigentlich so selten erwähnt?

1965 war - so will es die Musikgeschichte - das letzte große Jahr der ersten british invasion: ab 1964 hatten neue britische Bands wie die Beatles (mit denen das Ganze überhaupt erst anfangen konnte), die Rolling Stones, die Hollies oder die Animals und Sängerinnen wie Dusty Springfield  die amerikanischen Charts unter ihrer Kontrolle und übten massiven Einfluss auf amerikanische Interpreten aus. Für 1965 werden vor allem Platten wie Rubber Soul von den Beatles und Out of our Heads von den Rolling Stones als wegweisend und einflussreich bezeichnet. Diese Alben sind längst abgetretenes Terrain, Gegenstand zahlreicher Auseinandersetzungen, Analysen und Neuveröffentlichungen. Dabei wird eine Band der british invasion gerne übergangen: The Kinks. Auch sie kamen 1964 irgendwie in die USA, hatten mit You Really Got Me a…