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Posts

Es werden Posts vom 2015 angezeigt.

The Doors - The Doors

Nach meinen gestrigen Ausflügen in die Gefilde des Metal komme ich heute zu einem für meinen Musikgeschmack fast schon wieder "typischeren" Album, dem ich wohl ähnliche Superlativen wie dem gestrigen Megadeth-Album zusprechen muss: The Doors aus dem Jahr des "Summer of Love" 1967. Doch gar so idealistisch und optimistisch gab sich die Band um Ausnahmesänger Jim Morrison weder hier noch auf den späteren Platten der Band. Und trotzdem - es passt wunderbar in seine Zeit...
Dieses Album als schieres "Album" passiv zu hören, fällt mehr als nur schwer. Die Klangwelten, die Organist und Bassist Ray Manzarek, Gitarrist Robby Krieger, Drummer John Densmore und allen voran natürlich DER grandiose, ob seiner Stimmkraft oder seiner lyrischen Poesie auf ewig unsterbliche Sänger Jim Morrison auf "gerade mal" 40 Minuten Spieldauer entwerfen, sind um vielfaches reifer und einfach besser als der restliche musikalische Output der 1960er-Jahre (damit meine ich dic…

Megadeth - Rust In Peace

Wie aus meinen bisherigen Posts ersichtlich, bin ich eigentlich kein Wahnsinnsfan von Metal. Von Ausnahmen wie Metallica, Cannibal Corpse oder Pantera mal abgesehen, habe ich auch nie wirklich Musik aus diesem Genre gehört. Doch ein Metal-Album im Speziellen bildet hier die große Ausnahme, da es in meiner ewigen Bestenliste wohl auf ewig sehr weit oben rangieren wird. Ich schreibe hierbei von Megadeths Rust In Peace, das im Herbst 1990 erschien und auch mich mit seinen vielfältigen musikalischen Einflüssen in pure Begeisterung zu versetzen vermag. Zudem wurde es in diesem Jahr 25 Jahre alt, was ja wohl Grund genug ist, nun endlich über das Album zu schreiben.

Eine bandinterne Besonderheit ist Rust In Peace schon deswegen, weil es (angeblich) das erste Megadeth-Album war, bei dem von Anfang bis Ende ein und derselbe Produzent agierte, ist doch die Sturheit von Bandleader Dave Mustaine bekannt, die ihm schon 1983 (zusammen mit seinen Drogenproblemen) den Job bei Metallica kostete. Durch…

Genesis - Invisible Touch

Sei es David Bowies Never Let Me Down, AC/DCs Fly on the Wall oder Coldplays Ghost Stories, viele Musiker haben dieses eine Album, das von den Fans verachtet und verspottet, im besten Fall noch ignoriert wird - so irgendwie auch Invisible Touch von Genesis, das beim Release im Sommer 1986 für die Fans der 70er-Progressive-Rock-Genesis ein harter Schlag gewesen sein dürfte und in Besprechungen bis heute neben dem Nachfolger I Can't Dance das Schwarze Schaf der Band-Diskographie darstellt. Trotz allem waren die beiden genannten Alben mit Verkäufen jenseits der 15 Millionen Exemplare die wohl erfolgreichsten der britischen Ausnahmeband. Kann das Album Invisible Touch also wirklich so schlecht sein, wie es gerne gemacht wird?

Bald nach der extrem erfolgreichen Veröffentlichung des Albums No Jacket Required von Bandmitglied Phil Collins traf man sich Ende 1985 wieder auf der alten Farm irgendwo im britischen Hinterland, wo bereits (mit Ausnahme des Debüts von 1969) all die Genesis-Plat…

Wanda - Bussi

An der Wiener Band Wanda führt spätestens seit letztem Winter kein Weg mehr vorbei. 2012 gegründet, gelang ihnen mit dem im Oktober letzten Jahres veröffentlichten Debütalbum "Amore" ein beachtlicher Erfolg, der sogar in die deutschen Charts durchdrang und zusammen mit dem im Februar 2015 veröffentlichten Album "Schick Schock" der ebenfalls österreichischen Band Bilderbuch eine lange nicht dagewesene Begeisterung für die Musik des schönen Alpenlandes hervorrief. Vor knapp zwei Wochen erschien das lang ersehnte zweite Album von Wanda, das auf den Namen "Bussi" hört. Wie schlägt es sich im Vergleich zum Vorgänger?

Ich gebe zu, "Amore" habe ich mir nur ausgeliehen, um keinen eventuellen Fehlkauf zu tätigen. Passenderweise fiel mein Ausleih des Debüts mit dem Release von "Bussi" zusammen, was zur Folge hatte, dass ich keine Woche nach Release mit der brandneuen Platte in der Hand aus dem örtlichen Plattenladen marschierte. Zuhause wurde da…

Filmkritik: Leichen pflastern seinen Weg

(Wie immer gilt Spoilerwarnung!)
Mit Western assoziiert man gerne Strahlemänner wie John Wayne, makellose Helden also, denen keine Gefahr was anhaben kann und die das Böse immer in einem finalen Showdown besiegen. Doch spätestens mit dem 1966 erschienenen Italowestern "Django" von Sergio Corbucci änderte sich dieses Bild: Der Film war dreckig, glänzte mit extremer Gewalt und einem äußerst fragwürdigen Helden, der stets einen Sarg hinter sich herzog. Zwei Jahre später perfektionierte Corbucci seinen Stil und drehte "Leichen pflastern seinen Weg", meinen ewigen Lieblingswestern, mit Klaus Kinski und Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen...

Der Film wurde schon zu seinem Erscheinen aufgrund des Gewaltgrades und dem tragischen Ende sehr kontrovers aufgefasst, aber auch von der Kritik gefeiert. Gefeiert wurde er vor allem wegen seinen grandiosen Hauptdarstellern (Jean-Louis Trantignant und Klaus Kinski hatten hier die Rollen ihres Lebens) und dem epischen Soundtrack v…

Filmkritik: Matrix Revolutions

Mit einiger Verspätung schreibe ich nun auch noch meine Kritik zum Abschluss der legendären Matrix-Trilogie. Nachdem mir die ersten beiden Filme sehr gefielen, war ich auch noch auf den dritten Teil gespannt. Aber konnte er meine Erwartungen erfüllen? Spoiler alert!

Die Handlung schließt nahtlos an Teil 2 an: Der Angriff der Maschinen auf die Stadt Zion steht unmittelbar bevor und Neo (erneut gespielt von Keanu Reeves) ist die letzte Hoffnung einer desillusionierten Menschheit. Doch im Moment liegt er scheinbar ohnmächtig in einem Krankenzimmer auf einem Raumschiff im Hafen von Zion. Aufgrund seiner Gehirnaktivität lässt sich jedoch erkennen, dass er sich in die Matrix eingeklinkt hat, wo er gerade in einer U-Bahn-Station, gelegen in einer Art Zwischenwelt, darauf wartet, wieder raus zu können. Trinity und Morpheus begeben sich zum Merowinger, in dessen Auftrag der "Schaffner" in der Zwischenwelt tätig ist, und fordern eine Freilassung Neos, worauf der Merowinger nach Androh…

Filmkritik: Matrix Reloaded

Da der letzte Post einen Tag verspätet war, kommt hier gleich der zweite. Matrix Reloaded erschien im Frühjahr 2003 als Fortsetzung zum ersten Teil, der 1999 ein gigantischer Erfolg war. Und 2003 kannte der Hype beinahe keine Grenzen: Zeitnah zum Release der Fortsetzung erschien auch das Videospiel Enter the Matrix und der Anime The Animatrix auf DVD. Aber kann der zweite Teil dem Original gerecht werden?

Es gilt wieder: Spoilerwarnung!

Es wird Mitternacht in einem schwer bewachten Gebäude. Pünktlich zum Schichtwechsel nimmt einer der Polizisten ein seltsames Geräusch wahr. Plötzlich: Ein Motorrad taucht aus dem Nichts auf, kracht in den Securityposten und explodiert. Trinity kämpft sich durch das Gebäude, bis sie schlussendlich aus dem Fenster springt und sich mit Agent Smith ein Gefecht liefert, bei dem sie tödlich getroffen wird...

So beginnt Matrix Reloaded. Es stellt sich heraus, dass dies nur ein Albtraum Neos war. In Zion, dem letzten Zufluchtsort der Menschheit, stellt sich her…

Filmkritik: Matrix

Was sich nicht alles findet - auf der Suche nach einer alten Fanta4-CD fand ich neulich im Regal tatsächlich eine DVD-Box der Matrix-Trilogie, was mich daran erinnerte, dass ich es nie über den ersten Teil hinausgeschafft habe. Aus diesem Anlass widme ich dieses bewölkte und fast schon trostlose Wochenende der berühmt-berüchtigten Trilogie um den 'auserwählten' Hacker Neo, aka Thomas Anderson. Natürlich beginnt man bei der Sichtung einer Trilogie mit dem ersten Teil. Dieser zählt ohnehin als der Beste der Trilogie, wohl auch, da er damals (1999 erschienen) eine Revolution in vielen Bereichen war, von eingesetzten Stilmitteln bis zur Story rund um Computer-Paranoia, gespickt mit Anspielungen auf christliche und griechische Mythologie, die dem damaligen Zeitgeist (Y2K-Ängste, et cetera) total entspricht. Doch wie gut ist das Original nun wirklich? Spoilerwarnung!
Keanu Reeves spielt Thomas A. Anderson, einen jungen Mann, der bei einer führenden Softwarefirma einen Bürojob ausübt …

Ash My Love - Honeymoon Blues

Ich wollte wahrlich nicht daran glauben, doch es gibt sie: Hochwertige Musik in diesen wahrlich nicht schönen Zeiten! Ich dachte, mit dem Tod von Amy Winehouse wäre nun die letzte Hoffnung darauf verschwunden, doch dank eines Zufallsfundes im Plattenladen wurde ich nun eines Besseren belehrt.

Der Fund kommt naturgemäß aus der Indie-Ecke - genauer gesagt, von einem Duo aus Wien, das da Ash My Love heißt. Im Jahr 2013 erschien ihre erste EP Heart, die ich leider verpasst habe. Doch im April letzten Jahres wurde spätabends ein Auszug aus ihrem neuen Album auf FM4 vorgestellt und sofort war ich hin und weg. Nach vergeblicher, monatelanger Suche habe ich die Platte nun vor einiger Zeit endlich im örtlichen Plattenladen gefunden und sofort gekauft. Der Name? Honeymoon Blues, erschienen auf Noise Appeal Records!

Quelle: FM4

Kaum durchkämmt die Nadel die ersten Rillen der LP, fühlt man sich zwangsläufig an die White Stripes erinnert. Doch bei genauerem Hinhören entpuppt sich eine Klangwelt, di…

Deep Purple - In Rock

In den letzten Wochen entdeckte ich eine Band wieder, der ich zwischendurch eher schon abgeneigt war, was zwischenzeitlich bei mir auf größtes Unverständnis stößt. Die Rede ist von Deep Purple, eine der großen britischen Bands der 60er und 70er-Jahre, die das Metal-Genre wesentlich beeinflusst hat und auch durch ihre unentwegten Neubesetzungen bekannt wurde. Während sie in der MK-I-Besetzung vor allem psychedelisch zugegen waren, war die MK-II-Phase die große, beste Phase der Band. Das hier besprochene Album ist das erste dieser Phase: Deep Purple in Rock.

Das im Spätherbst 1970 erschienene Album sollte die Band, zum damaligen Zeitpunkt bestehend aus dem legendären Frontsinger Ian Gillan, Ritchie Blackmore als Gitarristen, Jon Lord an der Orgel, dem Bassisten Roger Glover sowie dem Drummer Ian Paice, entgültig in die Annalen der Musikgeschichte eingehen lassen, denn es bedeutete einen Stilbruch für Deep Purple, die nach dem 1969 erschienenen Concerto for Group and Orchestra einen Imag…